Freitag, 19. September 2014
Vor ein paar Jahren wurde spaßend thematisiert, daß man seine Freizeit- und Wochenendplanung zunehmend daran ausrichte, daß die erlebten Erlebnisse auch möglichst blogbar seien und dabei so cool, daß auch möglichst viele anerkennende Kommentare eingesammelt werden könnten.
Damit einher ging der stets wachsende Drang, alles Erlebte auch gleich im Photo festzuhalten. Was in den ersten Fotocommunities noch mit einem Schwerpunkt auf Qualität präsentiert wurde, geriet zunehmend in den Strudel der Ad-hoc-Publizierung. Was ich nicht sofort auch im Internet zeigen kann, ist dann schon uninteressant. Sodaß schließlich die Highlights des Urlaubs am Meer nicht mehr das Baden oder das Surfen oder das Glas Wein bei Sonnenuntergang sind, sondern die Fav-Sternchen, die man auf Instagram oder vielleicht noch flickr für das davon mit dem Smartphone gemachte Selfie bekommt.
So gerät das Leben zur Darstellung seinerselbst, zur gewollt schludrigen meistens. Das Bedürfnis nach technischer Perfektion ist längst der Lust auf Vintage-Look gewichen.
Und kommuniziert wird mit der ganzen Welt - nur nicht mit Leuten, die einem real gegenüber sitzen.
So kann ich mir mein Leben zurechtträumen, an meine Lieblingsorte, an denen immer gerade Sonnenuntergang ist, die Strandbars kurz vorm Schließen sind, die Mädchen die schönsten Beine zeigen und das letzte Tageslicht schön irritierende Muster und Unschärfe vor alles allzu reale zaubert.
Und wenn die Sternchen blinken von all den Fav-Klicks, dann fühle ich, daß es gut so ist, wie es ist.




Freitag, 12. September 2014
Es heißt, der Täter kehre immer zurück an den Tatort. So wie man zu Häusern zurückkehrt, in denen man einmal gewohnt hat.
Es ist diese mitunter intensive Melange aus nostalgischen Schwärmereien und Gänsehaut, weil irgendwie peinlich, weil so unerwartet persönlich, um nicht zu sagen: privat.
Von verschiedensten Überlegungen und Bedürfnissen her führt es mich immer wieder zum Bloggen, das einsame Tagebuchschreiben auf Papier ist dagegen nicht wiederbelebbar. Schließlich suche ich Kontakt und Austausch, den ich so in der physischen Welt zu wenig finde.
Wenn Sie mich fragen, wo ich denn all die Jahre nur gewesen bin, dann ist zumindest eins sicher: ich rauche seit fast 20 Jahren nicht mehr.
Andere Antworten ergeben sich vielleicht. Hoffentlich.